B2B Branding
B2B-Verkauf
Erster Eindruck entscheidet
04.09.2026

B2B Branding: Warum der erste Eindruck im B2B-Verkauf die Entscheidung fällt, bevor du ein Wort sagst

Im B2B fällt die Entscheidung oft, bevor dein Vertrieb überhaupt ins Spiel kommt. Erfahre, welche Kontaktpunkte Vertrauen schaffen oder kosten, und wo dein Branding wirklich ansetzen muss.

Fabio Waldrón Pelegrin
Fabio Waldrón Pelegrin
Strategie & Positionierung
Im B2B fällt die Entscheidung oft, bevor dein Vertrieb überhaupt ins Spiel kommt. Erfahre, welche Kontaktpunkte Vertrauen schaffen oder kosten, und wo dein Branding wirklich ansetzen muss.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Deine Marke wird zweimal bewertet, bevor dein Vertrieb ins Spiel kommt: einmal Jahre vor dem Bedarf, einmal in der stillen Vorauswahl kurz davor. 
  • In beiden Momenten ist niemand aus deinem Team im Raum. Was dort entschieden wird, lässt sich im Gespräch kaum noch korrigieren. 
  • Deshalb erscheint schwaches B2B Branding intern als Lead-Problem, nicht als Markenproblem. 
  • Priorisiere die Kontaktpunkte mit hohem Kontaktvolumen und hohem Vertrauensrisiko, nicht die optisch auffälligste Einzelmaßnahme. 
  • Marke gehört damit in die Vertriebsinfrastruktur, nicht ins Ästhetikbudget.

Dein Vertrieb startet selten direkt mit einem persönlichen Gespräch. Er startet, wenn jemand deine Website öffnet, ein LinkedIn-Profil prüft oder deine Präsentation im eigenen Haus weiterleitet. Wie schnell dabei ein Urteil entsteht, und warum B2B Branding so wichtig ist, zeigt eine bis heute vielzitierte Studie von Lindgaard: Testpersonen bewerteten die visuelle Attraktivität von Website-Startseiten bereits nach 50 Millisekunden, also nach 0,05 Sekunden, und diese Urteile blieben bei längerer Betrachtung stabil (1). Das ist ausdrücklich keine Aussage über Verkaufsgespräche, sondern über den digitalen Erstkontakt. Genau dort beginnt im B2B aber fast jeder Kaufprozess.

Warum entscheidet der erste Eindruck im B2B, bevor dein Vertrieb beginnt?

Der erste Eindruck entscheidet im B2B deshalb so früh, weil deine Marke zweimal bewertet wird, bevor dein Vertrieb ins Spiel kommt. Die erste Bewertung passiert lange vor dem Bedarf und entscheidet, ob man sich überhaupt an deine Marke erinnert. Die zweite passiert kurz vor dem Erstkontakt und entscheidet, an welcher Stelle der Liste du stehst.

Die erste Bewertung: Jahre vor dem Bedarf. 

Professor John Dawes vom Ehrenberg-Bass Institute formulierte 2021 die sogenannte 95-5-Regel. Weil Unternehmen zentrale Dienstleister im Schnitt nur etwa alle fünf Jahre wechseln, sind pro Quartal ungefähr 5% der Geschäftskunden im Markt, die übrigen 95% nicht. Werbung wirke deshalb vor allem, indem sie Erinnerungsspuren an die Marke aufbaut, die später aktiviert werden, wenn der Bedarf entsteht (2). Dawes bezeichnet die 95% selbst als Faustregel, nicht als exakten Wert. Für dich heißt das: Fast jeder, der deinem B2B Branding heute ausgesetzt ist, will gerade nichts kaufen. Der Eindruck bleibt trotzdem hängen.

Die zweite Bewertung: kurz vor dem Erstkontakt. 

Für seinen European B2B Buyer Experience Report befragte 6sense 2024 674 B2B-Einkäufer in Europa. Der direkte Erstkontakt mit Anbietern erfolgte im Schnitt erst bei zwei Drittel der Buying Journey. 88,8% hatten ihre Anforderungen zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend oder vollständig festgelegt, die typische Shortlist umfasste vier Anbieter, und in 78,5% der Fälle gewann der Anbieter, der beim Erstkontakt auf dieser Liste vorn stand (3). Die deutsche Teilstichprobe war mit 108 Befragten klein, das Muster war über alle untersuchten Länder hinweg aber stabil.

Zusammen ergibt das ein unbequemes Bild. Wenn dein Vertrieb ins Gespräch geht, ist der größte Teil der Entscheidung bereits gefallen, und zwar in Situationen, die du nur über deinen Auftritt beeinflussen kannst. Das erklärt auch, warum schwaches B2B Branding intern fast nie als Markenproblem auftaucht. Es erscheint als zu wenig Anfragen, als zu viele Preisdiskussionen oder als Vertriebsteam, das mehr Termine braucht.

Dass dieses Urteil schnell fällt, ist gut belegt. Neben der Studie zur Website-Ästhetik zeigten Willis und Todorov 2006, dass Menschen nach 100 Millisekunden Betrachtung eines unbekannten Gesichts zu Urteilen über Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz kommen, die mit Urteilen ohne Zeitbegrenzung eng übereinstimmen. Mehr Zeit erhöhte in ihren Experimenten vor allem die Sicherheit der Beurteilenden, nicht die Urteile selbst (4). Beide Befunde beschreiben unterschiedliche Situationen, den Blick auf eine Seite und den Blick auf eine Person, und sie sind nicht austauschbar. Gemeinsam ist ihnen der Mechanismus: Das Urteil steht, bevor die Argumentation beginnt. Genau darum ist gutes B2B Branding so entscheidend.

Voraussetzung dafür, dass dieser schnelle Eindruck in die richtige Richtung zeigt, ist eine Entscheidung darüber, welchen Platz deine Marke im Kopf der Zielgruppe besetzen soll. Ohne diese Grundlage lässt sich nicht bewerten, ob ein Kontaktpunkt richtig wirkt.

Wie baut man Vertrauen im B2B Verkauf auf?

Vertrauen im B2B-Verkauf baust du auf, indem jeder Kontaktpunkt dasselbe Kompetenzniveau signalisiert, unabhängig davon, ob er persönlich, digital oder remote stattfindet. Ein einzelner starker Kontaktpunkt reicht nicht. Es ist die Übereinstimmung zwischen ihnen - also die gesamte Ausrichtung des B2B Branding -, die als Zuverlässigkeit gelesen wird.

Erstkontaktpunkt Was in den ersten Sekunden bewertet wird Woran es typischerweise kippt
Website Professionalität, Aktualität, Preisklasse Layout aus einer anderen Design-Epoche, Stockfotos
LinkedIn-Profil Person, Rolle, Substanz Halbfertiges Profil, uneinheitliche Bildsprache im Team
Pitch Deck Klarheit des Angebots, Denkqualität Überladene Folien, drei verschiedene Logo-Versionen
Messestand Größe, Ernsthaftigkeit, Selbstverständnis Standardsystem ohne erkennbare Marke
Video-Call Verbindlichkeit, Vorbereitung Bild, Ton und Hintergrund unter dem Niveau des Angebots

Persönlich: Meeting, Messe und Sales-Material

Im persönlichen Kontakt entscheidet nicht nur, was gesagt wird. Ambady, Krabbenhoft und Hogan zeigten 2006, dass Beurteilende allein anhand von 20 Sekunden langen Tonausschnitten aus Interviews zwischen wirksamen und weniger wirksamen Vertriebsführungskräften unterscheiden konnten, und zwar besser, wenn der Inhalt der Aussagen unkenntlich gemacht war (5). Tonfall und Auftreten tragen also eigenständige Information.

Praktisch heißt das: Das B2B Branding Material, mit dem dein Vertrieb in den Raum geht, ist Teil dieses Signals. Ein Angebotsdokument im Word-Standardlayout, ein Datenblatt in einer anderen Schrift als die Website und eine Präsentation, die sichtbar aus drei Quellen zusammenkopiert wurde, ziehen die wahrgenommene Sorgfalt deines gesamten Unternehmens nach unten.

Am Messestand gilt dasselbe in größerem Maßstab, weil dort mehrere Anbieter direkt nebeneinander bewertet werden. Wie viel Gewicht dieser Kanal im deutschen Markt weiterhin hat, zeigt die B2B-Marketing-Budget-Studie des Bundesverbands Industrie Kommunikation aus dem Jahr 2024: Messen und Kundenevents führen die Liste der Budgetposten an, mit deutlichem Abstand gefolgt von Suchmaschinenwerbung und Social Ads, und selbst Printanzeigen halten noch einen Budgetanteil von 27% (6). Der Schluss daraus ist nicht „offline statt digital", sondern: Beide Sphären müssen dieselbe Marke bestätigen.

Digitaler Auftritt: Website und LinkedIn-Profile

Der digitale Auftritt ist der einzige Kontaktpunkt, den du kontrollierst, bevor du weißt, dass jemand da ist. In der Stanford-Studie von Fogg und Kollegen, für die 2003 rund 2.700 Personen die Glaubwürdigkeit von Websites beurteilten, war das Erscheinungsbild der am häufigsten genannte Faktor. Es tauchte in 46,1% der Kommentare auf und lag damit vor Informationsstruktur und inhaltlichem Fokus (7). Die Studie ist über zwanzig Jahre alt und die untersuchten Seiten sehen heute anders aus, der Befund gilt in der Credibility-Forschung aber weiterhin als Referenzpunkt im B2B Branding.

Robins und Holmes bestätigten das 2008 experimentell: Wurden identische Inhalte in unterschiedlicher gestalterischer Qualität präsentiert, bewerteten Testpersonen die höherwertig gestaltete Version als glaubwürdiger, und dieser Effekt setzte innerhalb der ersten Sekunden ein (8). Übersetzt auf den Vertrieb: Dieselbe Case Study wirkt je nach Gestaltung unterschiedlich überzeugend.

LinkedIn-Profile sind beim B2B Branding der blinde Fleck vieler Mittelständler. Sie werden vor dem ersten Gespräch geöffnet, sie gehören formal Einzelpersonen und fallen deshalb regelmäßig aus dem Markensystem heraus. Wenn Geschäftsführung, Vertrieb und Technik je ein anderes Bildformat, eine andere Selbstbeschreibung und ein anderes Bannerbild verwenden, sieht ein Einkäufer nicht ein Unternehmen, sondern fünf Einzelpersonen mit demselben Arbeitgeber.

Remote Selling und KI-gestützte Erstkontakte

Seit ein großer Teil der Erstkontakte remote stattfindet, hat sich der erste Eindruck weiter nach vorne verschoben und gleichzeitig verengt. Im Video-Call fehlen Empfang, Räume, Handschlag und Produktionshalle. Übrig bleiben ein Bildausschnitt, eine Tonqualität und eine geteilte Präsentation. Diese drei Elemente tragen dann die Signallast, die vorher auf ein Dutzend Kontaktpunkte verteilt war.

Parallel dazu wird ein wachsender Teil der Erstansprache KI-gestützt vorbereitet oder formuliert. Markic, Knickrehm und Ahlfeld untersuchten 2024 an der Ruhr-Universität Bochum in 13 halbstrukturierten Interviews den KI-Einsatz im deutschen technischen B2B-Vertrieb. Ihre Ergebnisse zeigen, dass sich Aufgaben, Fähigkeiten und Selbstverständnis der Vertriebsrollen verändern, dass zwischenmenschliche Fähigkeiten dabei aber gerade an Bedeutung gewinnen und im untersuchten Kontext die wesentlichen Differenzierungsmerkmale bleiben (9). Für dich heißt das: KI senkt die Kosten für Kontaktaufnahme und erhöht damit die Menge weitgehend ähnlicher Nachrichten bei denselben Entscheidern. Je austauschbarer diese Nachrichten werden, desto stärker fällt der Anteil des Urteils auf das zurück, was sich nicht automatisiert erzeugen lässt: ein eigenständiges Erscheinungsbild und eine Sprache, die nach einem bestimmten Unternehmen klingt und nicht nach einer Kategorie.

Welche Fehler beim B2B Branding kosten dich Vertrauen, bevor du sprichst?

Die teuersten Fehler im B2B Branding entstehen nicht durch schlechten Geschmack, sondern dadurch, dass der Auftritt eine andere Frage beantwortet als die, die der Einkäufer gerade hat. Vier Muster wiederholen sich besonders häufig.

Der Auftritt spricht zur eigenen Branche statt zum Einkäufer. Website und Unterlagen erklären Verfahren, Fertigungstiefe und Organigramm, während der Entscheider wissen will, welches seiner Probleme dadurch verschwindet. Fachsprache ist dabei kein Kompetenzbeweis, sondern eine Hürde, weil im Buying Center regelmäßig Personen mitentscheiden, die nicht aus dem Fach kommen.

Kompetenz wird behauptet statt gezeigt. Formulierungen wie „führender Anbieter", „ganzheitlich" oder „innovative Lösungen" sind im B2B keine Belege, sondern Rauschen. Sie stehen auf den Websites deiner Wettbewerber genauso und tragen deshalb keine Unterscheidungsinformation. Belege wirken früher: Methode, anonymisierte Projektergebnisse, eine fachliche Perspektive oder auch nur die klugen Fragen, die du im Erstgespräch ohnehin stellst.

Der Auftritt bildet die Vergangenheit ab. Viele Mittelständler haben ihr Leistungsniveau in den letzten Jahren deutlich gehoben, ihr Erscheinungsbild aber nicht. Wenn dieser Abstand systematisch das B2B Branding beeinflusst, ist das kein Designthema mehr, sondern die Frage, ob ein Rebranding sinnvoll ist.

Marketing und Vertrieb setzen unterschiedliche Versprechen. Wenn beide Teams ihre eigene Sprache pflegen, übernimmt der Kunde die Übersetzungsarbeit. Wird das später in einem Projekt korrigiert, führt das oft zu typischen Fehler beim Rebranding, die solche Vorhaben regelmäßig entgleisen lassen.

Wie sieht erfolgreiches B2B Branding in der Praxis aus?

Erfolgreiches B2B Branding erkennst du daran, dass ein Entscheider nach dem ersten Kontaktpunkt eine konkrete Vorstellung davon hat, wofür ein Unternehmen steht und für wen es gebaut ist. Zwei Beispiele zeigen, wie das aussehen kann. 

Vayago: Eine starke Idee, aber ohne Namen, ohne Gesicht, ohne Buchungsweg.

Aus einer Idee sollte ein Angebot für gemeinsame Anreisen zu Business-Events werden. Es gab keinen Namen, keine Identität und keinen Weg, ein Ticket zu lösen. Wer zu einer Konferenz fährt, entscheidet in Sekunden, ob etwas professionell genug wirkt, um Geld und Zeit dafür herzugeben, und es existierten keine Referenzen, hinter denen sich ein schwacher Auftritt hätte verstecken können. In wenigen Wochen entstanden Positionierung, Name, Identität und ein buchbares Portal, und die Marke ging bei der Cashflow Conference in Frankfurt an den Markt. Der Auftritt war hier keine Folge von Traktion, sondern ihre Voraussetzung. Alle Details zu dieser Umwandlung findest du hier: Vayago - Von der Idee zur marktreifen Marke.

Stripe: Die Dokumentation ist der Verkaufsraum.

Stripe wickelt Zahlungen für andere Unternehmen ab, also ein technisches, erklärungsbedürftiges und sicherheitskritisches Produkt. Trotzdem läuft die Entscheidung dafür in vielen Fällen vollständig ohne Vertrieb. Die Preise stehen offen auf der Website, ein Konto lässt sich ohne Gespräch anlegen, und die gesamte technische Dokumentation ist frei zugänglich. Ein Entwickler kann Stripe an einem Nachmittag prüfen, testen und einbauen, ohne je mit einem Menschen gesprochen zu haben.

Entscheidend ist, was Stripe daraus gemacht hat: Die Dokumentation wird wie ein Produkt behandelt und nicht wie eine Pflichtübung. Codebeispiele in mehreren Sprachen, eine Testumgebung, dieselbe Typografie, dieselbe Sorgfalt wie auf der Startseite. Genau hier entscheiden die meisten B2B-Unternehmen anders. Sie stecken das Budget in die Startseite und behandeln Datenblatt, Leistungsverzeichnis oder technische Anlage als Anhang, obwohl der Kunde dort seine Entscheidung trifft.

Für dich heißt das nicht, dass du eine API brauchst. Es heißt: Finde heraus, welches Dokument dein Kunde tatsächlich liest, bevor er Anfragen schickt. In der Praxis ist das selten die Startseite. Es ist das Datenblatt, die Referenzseite, das Leistungsverzeichnis oder die Preisübersicht. Dieses Dokument verdient die beste Gestaltung, nicht das, über das intern am längsten diskutiert wird.

Was beide Fälle verbindet: Das B2B Branding übernimmt Arbeit, die sonst der Vertrieb im Gespräch leisten müsste. Bei Vayago vor dem ersten zahlenden Kunden, bei Stripe an einem Ort, an den der Vertrieb nie kommt. Wie weit dieser Anspruch visuell eingelöst werden muss, wenn du Premium-Preise verlangst, behandeln wir gesondert im Beitrag darüber, was Corporate Branding im Premium-Segment leisten muss.

Checkliste: Spiegelt dein B2B Branding deinen gewünschten Markenauftritt wider?

Dein B2B Branding spiegelt deinen gewünschten Markenauftritt, wenn ein fremder Einkäufer an jedem wichtigen Kontaktpunkt dasselbe Unternehmen erkennt. Prüfe das in der Reihenfolge, in der er dir begegnet, nicht in der Reihenfolge, in der es dir intern auffällt. Fang dort an, wo viele Interessenten hinsehen und gleichzeitig viel auf dem Spiel steht:

  1. Startseite und die wichtigste Leistungsseite. Höchstes Kontaktvolumen, höchstes Vertrauensrisiko. Prüfe zuerst, ob ein Laie dort in einem Satz versteht, für welches Problem du die richtige Wahl bist.
  2. Angebotsdokument und Pitch Deck. Der teuerste Moment im gesamten Prozess, weil hier bereits Geld im Raum steht.
  3. LinkedIn-Profile im kundennahen Bereich. Bestes Verhältnis von Aufwand zu Wirkung. Ein halber Tag Arbeit reicht meist aus, und es braucht kein Designbudget.
  4. Verbindliches Regelwerk. Erst danach lohnt es sich, Kernbotschaft, Bildsprache und Beweislogik so festzuhalten, dass Vertrieb, Marketing und HR sich darauf beziehen können.
  5. Alles Übrige. Messestand, Print, Beschilderung, Fahrzeuge. Wichtig, aber selten der Engpass.

Zur Kontrolle, ob die Grundlage trägt:

  • Website, Pitch Deck und Angebotsdokument nutzen dieselbe Schrift, dieselbe Farbwelt und dieselbe Bildsprache.
  • Auf der Startseite steht innerhalb der ersten Sekunden, für welche Kunden deine Marke gebaut ist.
  • Es gibt keine Formulierung im Auftritt, die ein Wettbewerber wortgleich übernehmen könnte.
  • Jede zentrale Aussage ist mit Methode, Erfahrung oder Ergebnis belegt.
  • Der Auftritt passt zu deinem heutigen Leistungsniveau, nicht zu dem von vor fünf Jahren.
  • Jeder wichtige Kontaktpunkt endet mit einem plausiblen nächsten Schritt.

Bevor du daraus ein Markenprojekt machst, mach die Gegenprobe. Wenn du aus qualifizierten Erstgesprächen zuverlässig Aufträge gewinnst und trotzdem zu wenig Umsatz zusammenkommt, hast du kein Markenproblem, sondern ein Reichweiten- oder Kapazitätsproblem. Das Markenproblem erkennst du am umgekehrten Muster: Du stehst auf der Liste, wirst eingeladen und fällst trotzdem regelmäßig vor der engeren Runde raus.

Passt dieses Muster auf dich und bleiben oben mehrere Punkte offen, liegt die Ursache selten allein in der Gestaltung. Dann ist es der Moment, jemanden von außen draufschauen zu lassen, statt intern weiter an Symptomen zu arbeiten. Wie tief das gehen muss, musst du nicht selbst entscheiden. Genau das klärt ein Gespräch mit einer Rebranding-Agentur, bevor irgendjemand über Budgets redet.

Wenn du wissen willst, wo dein Auftritt heute konkret Anfragen kostet, kannst du bei Refine Brands jetzt einen kostenlosen Brand Check anfragen.

FAQ

Warum entscheidet der erste Eindruck im B2B-Vertrieb über Kaufentscheidungen?

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Weil er darüber entscheidet, ob es überhaupt zu einer Prüfung kommt. Ein Einkäufer bewertet nicht alle infrage kommenden Anbieter gleich tief, sondern sortiert früh vor und investiert seine Zeit dann in die verbliebene Auswahl. Der erste Eindruck wirkt damit weniger als Argument und mehr als Filter. Wer ihn nicht besteht, taucht in der eigentlichen Entscheidung nie auf und erfährt in der Regel auch nie, warum.

Warum ist Storytelling im B2B Branding entscheidend für die Differenzierung?

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Weil sich technische Argumente im B2B schnell angleichen, die Begründung dahinter aber nicht. Wenn drei Anbieter dieselbe Zertifizierung, dieselbe Lieferfähigkeit und ähnliche Preise vorweisen, bleibt als Unterscheidungsmerkmal die Frage, warum ein Unternehmen so arbeitet, wie es arbeitet. Storytelling im B2B heißt deshalb nicht Emotionalisierung um ihrer selbst willen, sondern eine nachvollziehbare Entstehungslogik: welches Problem dein Unternehmen geprägt hat und welche Entscheidungen daraus gefolgt sind.

Wie wichtig ist der digitale Auftritt für den ersten Eindruck bei B2B-Marken?

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Der digitale Auftritt ist deshalb so folgenreich, weil sein Effekt oft unsichtbar bleibt. Ein schwacher Messeauftritt fällt intern auf, eine Website, die Interessenten nach zehn Sekunden verlassen, nicht unbedingt. Diese Verluste erscheinen in keiner Statistik als verlorener Auftrag, sondern als Anfragen, die nie entstanden sind. Wer den digitalen Auftritt vernachlässigt, zahlt also nicht sichtbar drauf, sondern verliert Umsatz, den er nie als möglich wahrgenommen hat.

Woran erkennst du, dass ein schwacher erster Eindruck bereits Leads kostet?

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Es gibt wiederkehrende Warnsignale. Dein Vertrieb erklärt in jedem Gespräch dasselbe, weil es der Auftritt nicht vorwegnimmt. Du wirst zu Ausschreibungen eingeladen, kommst aber selten in die engere Runde. Anfragen erreichen dich überwiegend über persönliche Empfehlungen und kaum über den eigenen Auftritt. Preisdiskussionen beginnen früh. Einzeln ist keines dieser Signale eindeutig, gemeinsam beschreiben sie eine Marke, die im Erstkontakt nicht trägt.

Wie verändern KI und Remote Selling den ersten Eindruck im B2B-Bereich?

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Beide reduzieren die Zahl der Signale und erhöhen die Menge der Absender. Im Video-Call fällt fast alles weg, was ein Besuch vor Ort vermittelt, sodass Bild, Ton und Präsentation die volle Last tragen. Gleichzeitig senkt KI die Kosten für Erstansprache so weit, dass Entscheider deutlich mehr, aber deutlich ähnlichere Nachrichten erhalten. Der Vorteil verschiebt sich damit zu Marken, die durch Eigenständigkeit auffallen statt durch Frequenz.

Was ist der wichtigste Tipp für ein kleines B2B-Startup in Bezug auf Branding?

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Entscheide dich früh, für wen dein Angebot nicht gebaut ist. Junge Unternehmen versuchen meist, möglichst anschlussfähig zu wirken, und produzieren damit genau den austauschbaren Auftritt, den sie sich am wenigsten leisten können. Ohne Bekanntheit, Referenzen und Marktanteil ist Eindeutigkeit dein einziger Vorteil im Erstkontakt. Ein schmaler, konsequent durchgezogener Auftritt schlägt einen breiten, der niemandem wehtut, in fast jeder frühen Phase.

Quellenverzeichnis:

  1. Lindgaard, G., Fernandes, G., Dudek, C. und Brown, J. (2006) 'Attention web designers: You have 50 milliseconds to make a good first impression!', Behaviour & Information Technology, 25(2), S. 115–126. https://doi.org/10.1080/01449290500330448
  2. Dawes, J. (2021) Advertising effectiveness and the 95-5 rule: most B2B buyers are not in the market right now. Ehrenberg-Bass Institute for Marketing Science, University of South Australia. https://marketingscience.info/news-and-insights/advertising-effectiveness-and-the-95-5-rule-most-b2b-buyers-are-not-in-the-market-right-now
  3. 6sense (2024) 2024 European B2B Buyer Experience Report. https://6sense.com/science-of-b2b/2024-european-b2b-buyer-experience-report/
  4. Willis, J. und Todorov, A. (2006) 'First impressions: Making up your mind after a 100-ms exposure to a face', Psychological Science, 17(7), S. 592–598. https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.2006.01750.x
  5. Ambady, N., Krabbenhoft, M.A. und Hogan, D. (2006) 'The 30-Sec Sale: Using thin-slice judgments to evaluate sales effectiveness', Journal of Consumer Psychology, 16(1), S. 4–13. https://doi.org/10.1207/s15327663jcp1601_2
  6. Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (bvik) (2024) B2B-Marketing-Budget-Studie 2024. https://bvik.org/blog/2024/10/b2b-marketing-budget-studie-2024/
  7. Fogg, B.J., Soohoo, C., Danielson, D.R., Marable, L., Stanford, J. und Tauber, E.R. (2003) 'How do users evaluate the credibility of web sites? A study with over 2,500 participants', in Proceedings of the 2003 Conference on Designing for User Experiences (DUX '03). New York: ACM, S. 1–15. https://doi.org/10.1145/997078.997097
  8. Robins, D. und Holmes, J. (2008) 'Aesthetics and credibility in web site design', Information Processing & Management, 44(1), S. 386–399. https://doi.org/10.1016/j.ipm.2007.02.003
  9. Markic, M., Knickrehm, C. und Ahlfeld, C. (2024) 'Der Einfluss von KI auf die Rolle von Vertriebspersonen im B2B', HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik, 61, S. 638–651. https://doi.org/10.1365/s40702-024-01062-7

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